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Was macht Zeitraffer-Videos so besonders?

Spiegelreflexkameras für Videos einzusetzen, ist eine großartige Möglichkeit, um qualitativ hochwertige Videos zu erstellen, bei denen herkömmliche Videokameras schnell an ihre Grenzen kommen würden. Rauschfreie Aufnahmen auch bei wenig Licht und spektakuläre Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtung sind nur mit DSLRs möglich. Auch die große Auswahl an Objektiven lässt hier deutlich mehr Flexibilität zu. Werden diese Einzelbilder dann noch zu einem Film zusammengeschnitten, entstehen faszinierende Aufnahmen. Zwar lassen sich auch normale Videos schneller abspielen, doch die Qualität ist hier eine ganz andere. Selbst der Profi greift hier lieber zur DSLR als zur hochmodernen Hollywood-Filmkamera.

Wie entsteht daraus ein Zeitraffer-Video?
Möchte der Fotograf beispielsweise zeigen, wie sich die Erde dreht, demonstriert man das am besten mit Hilfe der Sterne. Für solche Aufnahmen ist auch immer ein gutes Motiv hilfreich. Bei der Aufnahme ist dann in diesem Fall zu sehen, wie sich der prachtvolle Sternenhimmel dreht und an einem Baum vorbeizieht (in Wirklichkeit dreht sich die Erde und nicht der Sternenhimmel). Um so eine Aufnahme zu erstellen, nimmt man beispielsweise über einen Zeitraum von einer Stunde alle 20 Sekunden ein Bild auf – insgesamt 180 Bilder. Daraus wird dann wie beim Daumenkino mit einer Software wie Adobe Photoshop Lightroom oder Apple Quicktime ein Film erstellt, der mit 30 Bildern pro Sekunde abgespielt wird. Der nachfolgende Film hat dann nur noch eine Länge von sechs Sekunden, die Aufnahme selbst hat dabei aber eine Stunde gedauert. Durch diese beschleunigte Wiedergabe entsteht dann der Zeitraffer/Timelapse-Effekt.

Wie hoch ist der Aufwand für solche Videos?
Im vorhin genannten Beispiel haben wir eine Stunde gebraucht, um einen Film mit einer Länge von sechs Sekunden zu erstellen. Doch so einfach ist das meistens nicht, schließlich spielen auch andere Sachen eine wichtige Rolle. Beim Sternenhimmel ist gutes Wetter gefragt und auch die Lichtverschmutzung ist in Europa ein großes Problem (gerade wenn man auch noch die Milchstraße zeigen möchte). Auch eine falsche Kamera-Einstellung reicht aus und der erhoffte Film sieht doch ganz anders aus als man sich das vorgestellt hat. Gerade bei Zeitraffer-Videos sind manuelle Einstellungen an der Spiegelreflexkamera unverzichtbar, damit nur die Veränderung beim Motiv gezeigt wird und nicht jedes Bild anders aussieht (u. a. Weißabgleich, Fokus, Belichtung, Blende, ISO). Schnelle Erfolge bleiben also meist aus und bereits der Aufwand für ein kurzes 2-Minuten-Video ist extrem hoch. Wie beim Angeln ist also viel Geduld gefragt und der Ehrgeiz immer wieder das gleiche Motiv aufzunehmen, falls die Aufnahme beim letzten Mal misslungen ist oder das Wetter nicht mitgespielt hat. Jetzt wisst ihr auch warum timelapse-movie.de von zwei Personen betrieben wird.
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